Exponate

Hier können Sie die Exponate der virtuellen Ausstellung erkunden und mehr über ihre Herkunft und Geschichte erfahren. Die Exponate sind chronologisch geordnet.

Das Bild- sowie Textmaterial wurden mit der freundlichen Genehmigung des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold zur Verfügung gestellt.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2005/28

Rotarmist Nikolai Ikkers

1918-1922

Unbekannt

Schwarzweiße Fotografie eines Militärangehörigen

Höhe 50; Breite 70

Während des Bürgerkriegs im sowjetischen Russland wurden auch mehrere Deutsche teils zwangsmässig, teils auch freiwillig in den Militär einbezogen. Der Vater von Jakob Ikkers, Nikolai Ikkers, war so einer an der Wolga.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2005/28

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/538

Deutsche in Uniformen

1919-1920

Samara, Russland

Schwarzweißes Gruppenfoto von Männern in Uniform. Anhand der Uniform der Männer ist nicht zu erkennen, welcher Armee sie angehören. Die Rote Armee hatte schon ihre neue Uniform: Sie trugen hohe Pelzmützen mit einem Stern. Bei der Uniform der abgebildeten Männer fehlen ebenfalls die typischen Schulterstücke, die für die Uniform der Russischen Armee üblich waren.

Das Foto ist in einem Atelier gemacht, deshalb könnte das auch nur ein Immitat sein.

Höhe 997; Breite 1471

Kurz nach der Oktoberrevolution sind diese Sondersoldaten aus dem Sanitäter-Dienst nach Neu-Samara zurückgekommen. Bei der ersten Gelegenheit haben sie sich fotografieren lassen. Höchstwahrscheinlich in Kuterlja, ca. 1919-1920.

Von links nach rechts, stehend – Martens Heinrich aus Kuterlja; Penner Peter; Unger Johann; sitzend – Friesen Heinrich; Martens Kornelius; Penner Martin; Martens Abram; Unger Abram.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/538

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/747

Landarbeit in der NÖP-Periode

03.05.1928

Dorf Bogomazovo, Neu-Samara

Schwarzweißes Foto, vergilbt. Zwei Männer mähen ein Kornfeld mit einem Traktor der Firma „John Deere“.

Höhe 576; Breite 999

Mit einem Traktor der Firma „John Deere“ wird Landarbeit verrichtet. Diese Traktoren wurden den Deutschen aus den USA zugeschickt, so waren die Deutschen wieder im Vorzug. „John Deere“ ist sowohl der Name des Gründers als auch die Hauptmarke des US-amerikanischen Unternehmens „Deere & Company“, des Weltmarktführers im Bereich Landtechnik.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/747

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/745

Landwirtschaftliches Kooperativ in der NÖP-Periode

Unbekannt

Alt-Samara (auch Alexandertal)

Schwarzweißes Foto. In 5 Reihen sitzen und stehen Männer in Sonntagskleidung. Im Hintergrund ist ein Gebäude zu erkennen.

Höhe 1000; Breite 760

Die Mennoniten hatten die NÖP-Zeit gut ausnutzen können. 1925–1927 erschien sogar die religiöse Zeitschrift „Unser Blatt“ in Moskau. 1922 wurde der Allrussische Mennonitische Landwirtschaftliche Verein (AMLV) mit dem Sitz in Moskau gegründet, aufgelöst am 9.08.1928. Der Verein umfasste 1926 4965 Wirtschaften und 35 000 Personen, was 79% der gesamten Mennoniten darstellte. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit Reinsaat- und Rassenviehzucht. So wurden sie in das Netz der Reinsaatproduzenten des Landwirtschaftskommissariats der RSFSR einbezogen.

Der AMLV war ein Zusammenschluss von mennonitischen Landwirten in der Sowjetunion. Er erlebte innerhalb seiner kurzen Existenz ein bemerkenswertes Wachstum. Nach der großen Hungersnot 1921–1922 wuchs die Anzahl der Kooperativen, die von dem AMLV ins Leben gerufen wurden, stetig. 1928 wurde der AMLV von der sowjetischen Regierung zur Auflösung gezwungen. Wichtige Vertreter des AMLV waren Peter F. Froese, Cornelius F. Klassen (1894–1954), Johann W. Ewert aus Alexandertal, Hermann Fr. Dyck, Jakob und Peter Wittenberg.

In der ersten Reihe, sitzend zweiter von rechts, muss Peter Wittenberg (oder sein Bruder Jakob) sein; in der dritten Reihe, dritter von links ist Alvin Miller, aus USA; in der vierten Reihe, fünfter von links ist Peter Fröse, rechts neben ihm ist Cornelius Franz Klassen zu sehen.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/745

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/770

Familie Neufeld fünf Jahre vor der Enteignung

1925

Podolsk, Neu Samara

Schwarzweißes Gruppenbild. In zwei Reihen sind 14 Personen abgebildet. In der Mitte der vorderen Reihe ist ein älterer Mann zu sehen, links und rechts von ihm sitzen Frauen. In der hinteren Reihe stehen sechs Männer. Alle in Sonntagskleidung.

Höhe 887; Breite 1300

Johann Neufeld hatte sieben Kinder: zwei Töchter und fünf Söhne. 1908 siedelte er aus der Molotschna Kolonie nach Podolsk in die Neu-Samara Kolonie um. Sie wurden hier wohlhabend. Seine Söhne und Töchter heirateten und bekamen Kinder. 1930–31 wurden sie enteignet. 1927 wurde Abram Neufeld (zweiter von rechts) bekannt gegeben, dass er auf der Verhaftungsliste stehe. Er packte schnell seine Sachen und siedelte nach Kanada aus. Das Foto ist ein Abschiedsfoto. 1934 wurde der Sohn Jakob (vierter von links stehend) verhaftet und ist verschollen. Zwei weitere Söhne Peter (zweiter von links) und Johann (erster von rechts) sind 1929–1933 das erste Mal eingekerkert und 1938 erneut verhaftet und anschließend erschossen worden. Der Schwager Warkentin Johann (dritter von links) wurde 1937 verhaftet und verhungerte im Lager. Der einzige Mann, der nicht verhaftet wurde, war der Schwager Schartner. Johann Neufeld Sen. starb 1934 friedlich zu Hause.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/770

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/143

Familie Epp in der Verbannung

1932

Kotlas, Gebiet Archangelsk

Schwarzweißes Foto. Ein grobes Blockhaus in einer ziemlich leeren Gegend. Ein Fenster an der Giebelseite und zwei weitere an der Seitenseite. Keine Straße und keine weiteren Häuser zu sehen. Vor dem Haus stehen ein Mann, zwei Frauen und drei Kinder.

Höhe 901; Breite 1253

Familie Epp aus Köppenthal im Verbannungsort (Tjesowaja, Lager Kotlas, Gebiet Archangelsk).

Das Wohnhaus wurde von Bruno und Gerta Epp 1930, im ersten Jahr ihres Lebens im Verbannungsort gebaut. Hier lebten sie mit ihren vier Kindern und Wilda Epp – Schwester von Bruno, bis 1937.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/143

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2020/221

Delegation wolgadeutscher Literaten beim I. Unionskongress sowjetdeutscher Schriftsteller

26.03.1934

Schwarzweißes Foto. Eine Gruppe von Männern und einer Frau stehend und sitzend in Sonntagskleidung.

Höhe 3231; Breite 5265

Die Delegation deutscher Literaten der Wolgarepublik beim I. Unionskongress sowjetdeutscher Schriftsteller in Moskau (21.-26. März 1934).

Vordere Reihe von links nach rechts: Karl Schmidt, Reinhold Köln, Alexander Loos, Franz Bach, Frieda Bretthauer. Hintere Reihe von links nach rechts: Alexander Rohr, Alexander Delwa, Johannes Schaufler, Gerhardt Sawatzky, Andreas Saks, Johannes Rotärmel, David Wagner.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2020/221

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2011/281

Absolventen des Pedinstitut (Pädagogische Hochschule in Engels)

1939

Engels, ASSRdWD

Schwarzweißes Gruppenfoto, vergilbt. In Sonntagskleidung stehen und sitzen in vier Reihen 26 Personen: Jugendliche und Lehrer.

Höhe 16.5; Breite 21.5

Der erste Mann der Geberin war Peter Lange (zweite Reihe, zweiter von links), der 1948 starb. Das Foto wurde von der Witwe bewahrt.

Auf der Rückseite in Russisch (teilweise abgeschnittene die Namen): 1. ? Dietrich, 2. Jakob, 3. ? Anna, 4. ? Jakob, 5. ? Jekaterina, 6. ? Viktor, 7. Jabs Elvira, 8. ? Hannes, 9. Bospans Heinrich, 10. Lange Peter, 11. Fleischhauer Heinrich, 12. Schardt Rosa, 13. Langemann Heinrich, 14. Hochhalter Elsa, 15. Eirich Karl, 16. Unruh Luise, 17. Helmut H., 18. Ruts, 19. Schitz, 20. Dieter, 21. Steinmetz, 22. Wulf, 23. Jungling, 24. Wiebe Olga, 25. Kempel ?. 26. Benske Alexander. Es fehlen 3 Personen: Stobbe Heinrich, Stobbe Abram und Friedrich Leo. Zum ewigen Erinnern.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2011/281

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/531

Familie Epp ohne Vater

ca. 1940

Kotlas, Gebiet Archangelsk

Schwarzweißes Foto, vergilbt. Eine Frau sitzt und um sie herum stehen und sitzen vier Kinder: zwei Mädchen und zwei Jungs.

Höhe 823; Breite 635

Familie Epp aus Köppenthal im Verbannungsort (Tjesowaja, Lager Kotlas, Gebiet Archangelsk). Das Foto entstand nach dem Tod von Bruno Epp, dem Vater der Familie.

Von links nach rechts: Adina, Gerta, geb. Isaak, Artur, Waltraut und Helmut.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/531

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/785

Zwangsarbeiter im Lager Solikamsk

1945

Solikamsk

Schwarzweißes Foto. Gruppenfoto von Männer in Arbeitskleidung, Winterkleidung. Die meisten haben Fufaikas an. Als Kopfbedeckung tragen sie Wintermützen oder Schildmützen.

Höhe 1028; Breite 1772

Archiv Werner Kurz.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/785

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/665

Arbeiter für Torfgewinnung

1949

Rjabowo, Udmurtien

Schwarzweißes Foto. Vor einer Bude aus Holz sitzen Männer, hinter ihnen stehen Frauen – alle in teils schmutziger Arbeitskleidung.

Höhe 1112; Breite 1476

Edmund Meier wurde 1936 in Odessa geboren. Während des Krieges war seine Familie unter Besatzung und später auf der Flucht. Von da wurden sie zurück in die Sowjetunion deportiert. Seine Familie kam an den Nebenfluss der Wolga – Kama, Udmurtien. Hier wurden sie für Torfgewinnung eingesetzt. Ab seinem 14 Lebensjahr musste auch Edmund Meier arbeiten.

Auf dem Foto: Deutsche, die im Torfbetrieb tätig waren.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/665

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/438

Heuernte 1949

1949

Altajgebiet

Schwarzweißes Foto, vergilbt. Am Heuhaufen stappeln Männer und Frauen mit Forken und Harken Heu auf. Zwei Jungs auf Pferden bringen das Heu vom Feld zum Haufen.

Höhe 727; Breite 1012

Familie Fink wurde 1941 aus Norka, ASSRdWD, nach Sibirien deportiert. Die Deutschen, die nicht zu Zwangsarbeit mobilisiert wurden, mussten in den Kriegs- und Nachkriegsjahren die ganze Arbeit in den Kolchosen verrichten. Johannes Fink war 14 Jahre alt.

Hier: Johannes Fink bei der Arbeit in der Kolchose im Verbannungsort im Altajgebiet.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/438

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/424

Verbannte beim Holzspalten

1954

Karjakowo, Manturowo, Gebiet Kostroma

Schwarzweißes Foto. Drei Männer sind mit Holzarbeit beschäftigt. Es sind Holzbollen zu sehen, aber auch schon verarbeitetes Holz. Die Männer tragen Arbeitskleidung. Im Hintergrund sind ein Haus und der Wald zu sehen.

Höhe 713; Breite 946

Im Wald wurden so „Tschurki“, Holzstücke, gehakt. Im Hintergrund sieht man die Bäckerei. Da das Gebiet sumpfig war, wurde nur im Winter, bei bis zu Minus 38-40 Grad, gearbeitet. Die Holzstücke wurden als Brennstoff für Lastwagen und Traktoren benutzt.

Erster von links: Johann Koop; rechts: Rudolf Kristmann.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/424

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/98

Familie Kinas im Verbannungsort

1956

Korkino, Gebiet Tscheljabinsk

Schwarzweißes Foto. Zu sehen ist eine Familie vor einem Blockhaus: ein Mann, drei Frauen und drei Kinder. Das Haus ist im russischen Architekturstil gebaut. Um das Haus ist ein Zaun und ein Tor zum Hof zu sehen.

Höhe 657; Breite 894

Die deutsche Familie Kinas stammt aus dem deutschen Dorf Klinok, Gebiet Orenburg. 1942 wurde der Vater der Familie in die Trudarmee eingezogen und musste seine Heimat verlassen. Er arbeitete als Grubenarbeiter. Ca. 1947 kam auch seine Familie nach. Da er nach dem Krieg gut verdiente, entschied er sich, hier, in dem Verbannungsort bei Korkino, Gebiet Tscheljabinsk, Südural, zu bleiben und baute nach 1956 das abgebildete Haus.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/98

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/216

Seminar und Konferenz in Krasnojarsk, 1958

09.06.1958

Krasnojarsk

Schwarzweißes Foto. Eine große Menschengruppe steht auf der Treppe, vor einem städtischen Gebäude.

Höhe 4062; Breite 5463

Konferenz und Seminar von Deutschen Lehrern und Schriftstellern des Kreises Krasnojarsk am 09. – 15. Juni 1958.

Außerdem findet vom 10. bis zum 13. Juni 1958 in Krasnojarsk bei der Zweigstelle des Schriftstellerverbandes der RSFSR die erste Beratung sowjetdeutscher Schriftsteller statt. Anwesend sind u.a. Woldemar Ekkert, Dominik Hollmann, Victor Klein und Andreas Saks. Beim zweiten Treffen 1959, das bereits als Seminar bezeichnet wird, erhöht sich die Anwesendenzahl. Bei der dritten Zusammenkunft 1962 befassen sich die sowjetdeutschen Schriftsteller mit den Aufgaben der Literatur.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/216

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/26.13.

Ausflug nach der Aufhebung des Regimes der Sondersiedlungen

1961

Dolinsk, Gebiet Orenburg

Schwarzweißes Foto. Mit einem Auto der Marke „Zaporožec“ wird ein Ausflug gemacht. Auf die Wiese sitzen zwei Frauen und ein Mann.

Höhe 7.8; Breite 10

Jakob Neufeld (1911-1996) war ein Ingenieur, ein Handwerker, der beliebige Technik im Dorf reparieren konnte, ein Musiker, der auf allen Instrumenten spielen konnte sowie ein leidenschaftlicher Leser, Gartenliebhaber und natürlich ein Fotograf (seit 1948). Hier ist er mit seinem Akkordeon zu sehen.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/26.13.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/129

Bescheinigung über die Rehabilitation

06.01.1964

Swerdlowsk

Eine Bescheinigung, die Peter Brauns Rehabilitation bestätigt.

Höhe 15; Breite 21

Peter Braun wurde 1924 geboren. Bis zu seiner Verhaftung am 06.11.1943 war er Gefangener des Tagillag der NKWD.

Das Urteil wurde vom Präsidium des Gebietsgerichts der Stadt Swerdlowsk am 29.11.1963 überprüft. Der Beschluss vom 01.04.1944 wurde abgelehnt. Seine Akte wurde mangels Beweisen geschlossen. Peter Braun wurde für unschuldig erklärt und rehabilitiert.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/129

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/251

I. Delegation sowjetdeutscher Bürger nach Moskau

01/1965

Schwarzweißes Foto. Eine Gruppe von Männern und einer Frau im Foyer eines Gebäudes.

Höhe 3229; Breite 6816

Auf der Rückseite steht geschrieben:

„Januar 1965. Teilnehmer der ersten Delegation sowjetdeutscher Bürger, die für die Herstellung der Autonomie einkamen, mit Mitarbeitern der Redaktion Neues Leben. Sitzen: D. Hollmann, K. Bornemann, J. Brug, Reinhard Köln, Nik. Delwa, Heinrich Kaiser. Stehen: Kurt Wiedmeier, Jascha Olfert, Anat. Schnittke, Leo Gurwitsch, Hugo Wormsbecher, Maria Vogel, Gerry Bihenizin (Chefredakteur), Nik. Nik. Fedorow, Johann Warkentin, Boris Brainin, ? Michel.“

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/251

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/257

I. Delegation sowjetdeutscher Bürger nach Moskau

01/1965

Schwarzweißes Foto. In einem Raum sitzen und stehen eine Frau und acht Männer in Sonntagskleidung. Es könnte der Raum der Redaktion „Neues Leben“ sein.

Höhe 3935; Breite 6653

Die erste Delegation der Russlanddeutschen nach Moskau fand Ende 1964 bis Anfang 1965 statt. Die Delegation wurde von der Sowjetregierung nicht aufgenommen. Später wurde noch ein Termin vereinbart, doch ein Teil der Delegation kam wieder nicht durch, weil sie von den Behörden verhindert wurden.

Auf der Rückseite des Fotos steht geschrieben:

„Eine Gruppe aus der I. Delegation der Sowjetdeutschen, die sich um die Herstellung einer sowjetdeutschen Autonomie bemühten. Januar 1965. Von links nach rechts: Heinrich Kaiser, Domink Hollmann, Maria Vogel, Joh. Brug, Reinhard Köln, ? Michel, Konstantin Bornemann, Waldemar Schneider, Nikolai Delwa. Schon weggefahren: Jascha Olfert, Johann Warkentin, Otto Hertel, Hugo Wormsbecher.“

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/257

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/250

Russlanddeutsche Schriftsteller beim II. Schriftstellerkongresses der RSFSR

03.03.1965

Schwarzweißes Foto. Eine Gruppe von Männern stehen im Foyer eines Gebäudes.

Höhe 2978; Breite 5739

Auf der Rückseite steht geschrieben:

„Eine Gruppe sowjetdeutscher Schriftsteller – Teilnehmer des II. Schriftstellerkongresses der RSFSR am 3.–8. März 1965. Von links: Friedrich Bolger, Viktor Klein, H. Henke, B. Brainin (Sepp Österreicher), D. Hollmann, R. Jacquemien, Ed. Günther. Diese schrieben einen kollektiven Brief an die Regierung über die unbefriedigende Lage der s/d Literatur (Ida Bender)“

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/250

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/258

„Rote Fahne“, Treffen in Slawgorod

15.10.1965

Slawgorod, Altai

Schwarzweißes Foto. Draußen im Freien sitzen und stehen neun Männer.

Höhe 2780; Breite 4044

Die russlanddeutschen Menschenrechtler, Schriftsteller, Journalisten und Redakteure traffen sich manchmal (auch illegal) im Freien – so, als ob ein Ausflug unternommen wurde. Hier, im Oktober 1965, in der Umgebung von Slawgorod.

Sitzend: Andreas Kramer, A. Henning, Joh. Schellenberg, D. Hollmann, Fr. Bolger; Stehend: W. Herdt, R. Leis, W. Spaar, Joh. Wegner (Fotokorrespondent).

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/258

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/281

Erste Nummer der Zeitung „Freundschaft“

01.01.1966

Zelinograd, Kasachische SSR

Schwarzweißes Foto. Eng nebeneinander steht eine Gruppe von Männern in einem Raum. Einer von ihnen hält eine Zeitung in seinen Händen. Die interessierte Gruppe schaut sie sich an.

Höhe 1852; Breite 2845

Auf der Rückseite steht geschrieben:

„Первый номер газеты Фройтвшафт вышел! Работники редакции. На первом плане: Кончак, Вайдман, Погодин (с газетой), Гольман и Эдигер. Где-то учитель Hecht, приходил, случайно попал на это фото“ (die erste Nummer der Zeitung „Freundschaft“ ist raus. Auf dem ersten Plan sind von linsks: Kontschak, Weidamann, Pogodin (mit der Zeitung), Hollmann und Ediger. Irgendwo ist hier auch der Lehrer Hecht, er kam zufählig, und wurde mitfotografiert)“

Die Zeitung „Freundschaft“ wurde 1966 in der Zelonograd, Kasachische SSR, gegründet.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/281

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/685

Treffen russlanddeutscher Literaten

26.04.1968

Zelinograd, Kasachische SSR

Schwarzweißes Foto. Auf einem Tisch liegen eine Zeitung und Blätter. Rundum sitzen Männer, die etwas besprechen.

Höhe 2450; Breite 4095

Treffen der russlanddeutschen Literaten in Zelinograd.

Sitzend von links nach rechts: Heinrich Kämpf, Alexander Brettmann, Dominik Hollmann, Johann Kurz, A. Friesen, Ernst Kontschak, Friedrich Bolger; stehend: David Jost, H. Hermann.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/685

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/836

Deutschunterricht in der Schule

Unbekannt

Aktjubinsk, Kasachische SSR

Schwarzweißes Foto. Ein Schüler steht vor einem Plakat mit dem Titel , „ Sowjetdeutsche…“. Weitere Überschriften lauten: „Dominik Hollmann“, „Mit Lenin im Herzen“.

Höhe 1292; Breite 1747

Aktjubinsk. Schule Nr. 11. Hier hat die Lehrerin Elsa Herrmann Deutsch unterrichtet. Auf dem Plakat ist ein Foto von Dominik Hollmann zu sehen und ein Schüler erzählt in Deutsch seine Biographie.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/836

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/422

Witwen von Dolinsk

1970

Dolinsk, Gebiet Orenburg

Am gedeckten Tisch sitzen zehn ältere Frauen. Im Zimmer sind ein Bett, ein Radioapparat, ein Fenster und an der Wand ein Bild, Teppich (links) und Spiegel angebracht. Die Kleidung ist sonntaglich. Links steht eine Frau mit einem Kopftuch und einer Schürze.

Höhe 968; Breite 1380

Dolinsk war eine Deutsche Kolonie im Gebiet Orenburg, gegründet ca. 1891. In den 1970er Jahren wohnten hier ca. 110 Familien. Hier: Die Witwen aus Dolinsk. Sie trafen sich ein oder zwei Mal im Jahr zum Kaffeetrinken. Ihre Männer – insgesamt über 16 Personen – wurden alle im Oktober 1941 und im März 1942 verhaftet und sind nicht mehr zurückgekommen.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/422

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/704

Seminar in Slawgorod

1976

Slawgorod, Altai

Schwarzweißes Foto. Gruppenfoto in einem Raum. Zwei Frauen und 12 Männer in Sonntagskleidung.

Höhe 1756; Breite 2614

Seminar in der pädagogischen Fachschule in Slawgorod. Im Zentrum sitzt der Sekretär der KPdSU. Neben ihm sitzen Mitarbeiter des Rajkomitee. Links sitzt Woldemar Herdt. Stehend: Spaar, Kramer, Katzenstein, Weber, Hasselbach, Hollmann, Jackmjen, Ergardt (Redakteur der „Roten Fahne“), Bolger, Bieber.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/704

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2019/733

Fest in Dobrinka

1980

Dobrinka

Schwarzweißes Foto. Im Freien sitzen mehrere Menschen auf Stühlen, umgeben von alten Gebäuden. Alle sind feierlich angezogen.

Höhe 2089; Breite 2715

Im Jahre 1980 wurde in der erstgegründeten Kolonie Dobrinka an der Wolga das 200. Jubiläum der Schule gefeiert.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2019/733

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/92

Russlanddeutsche demonstrieren für Menschenrechte in der UdSSR

1984-1985

Bonn, Deutschland

Farbfoto. Das Foto zeigt eine Gruppe von drei Männern, die für die Ausreisefreiheit der Russlanddeutschen in der UdSSR mit Plakaten demonstrieren.

Höhe 988; Breite 912

Bei der Demonstration wollte eine Gruppe von in Deutschland lebenden Russlanddeutschen auf den Straßen und vor dem Regierungsgebäude in Bonn auf ihre Verwandten und Bekannten in der Sowjetunion aufmerksam machen, deren Ausreise immer wieder von der sowjetischen Regierung verweigert wurde.

Die Forderungen auf den Plakaten sind Freiheit und Ausreisemöglichkeiten der Deutschen aus der Sowjetunion.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/92

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2017/93

Autonomiebewegung „Wiedergeburt“ in Moskau

1989

Das Foto zeigt eine Gruppe Russlanddeutscher, die sich in Moskau auf dem Roten Platz vor der Basilius-Kathedrale fotografieren ließen. Der Anlass war die Gründung der Gruppe „Wiedergeburt“.

Höhe 235; Breite 320

„Wiedergeburt“ war eine Gruppe von Russlanddeutschen, die sich für die Wiederherstellung der territorialen Autonomie in der Sowjetunion und später in der Russischen Föderation eingesetzt hat.

1989 schließen sich die bereits existierenden Gruppen der Autonomiebewegung zur Allunionsgesellschaft „Wiedergeburt“ zusammen, um das alte Ziel, die Wiederherstellung der autonomen Republik, zu verfolgen. Ihrer und der Arbeit neu gewählter deutscher Abgeordnerter zu verdanken, wird eine Kommission einberufen, die am 28. November der nationalterritorialen Autonomie der Deutschen zustimmt. Die Kommission von 1990, die dies umsetzen soll, verwirft aber das Ziel. Der Anlass sind die bis 1992 andauernden antiautonomistischen Proteste an der Wolga, die in erster Linie von der örtlichen Nomenklatura initiiert werden.

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2017/93

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, 2018/842

Abschiedsumarmung

1989

Kamenka

Farbfoto. Ein Kleinbus steht auf der Straße, seine Tür ist geöffnet. Zwei Frauen umarmet sich. Daneben stehen noch zwei Personen: eine Frau und ein Mann. Hinter ihnen rechts ist die Straße und eine Ecke von einem Haus zu sehen. Die Frau im blauen Mantel ist Helene Esau, geb. Petkau. Daneben mit dem braunen Kopftuch ist Susanna Abrams.

Breite 12.9; Höhe 8.9

Breite 5169; Höhe 3567

Abschiedsumarmung zwischen Helene Esau, geb. Petkau, und einer unbekannten Frau. Daneben Susanna Abrams, geb. Esau. Beide sind Tanten von Helene Penner. Zu sehen ist die letzte Umarmung bevor Helene Esau mit ihrer Familie in den Bus steigt, der sie zum Bahnhof nach Orenburg brachte, um von dort aus mit dem Zug nach Moskau zum Flughafen zu fahren.

Herstellerin: Esau, Heinrich 

© Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

2018/842